2026-09 Wuhletal
Liebe Wanderfreundinnen und Wanderfreunde,
im September wandern wir durchs südliche Wuhletal.
Die Wuhle gehört zu den stillen Landschaften Berlins. Auf einer Länge von rund 16 Kilometern durchfließt sie den Nordosten und Osten der Hauptstadt, bevor sie in Köpenick in die Spree mündet. Über weite Strecken wirkt sie wie ein kleiner Fluss auf dem Land – und doch verläuft ihr Weg mitten durch die Millionenstadt. Diese Wanderung folgt ihrem südlichen Abschnitt und verbindet Naturerlebnis mit spannenden Einblicken in die Landschafts- und Siedlungsgeschichte Berlins.
Der Bahnhof Wuhletal ist der einzige Bahnhof Berlins, an dem S-Bahn und U-Bahn am selben Bahnsteig halten. Nur wenige Schritte vom Bahnsteig entfernt beginnt bereits das breite Tal der Wuhle. Kaum hat man die Straßen hinter sich gelassen, verändert sich die Umgebung grundlegend. Die Geräusche der Stadt treten in den Hintergrund, Vogelstimmen und das Rauschen der Bäume bestimmen nun den Weg.
Das Wuhletal entstand am Ende der letzten Eiszeit vor etwa 15.000 Jahren. Gewaltige Schmelzwassermassen formten eine breite Rinne, durch die heute die vergleichsweise kleine Wuhle fließt. Die weitläufige Talaue mit ihren feuchten Wiesen und Niederungen erinnert noch immer an diese eiszeitliche Entstehung.
Die Wuhle war über Jahrhunderte ein wichtiger Bestandteil der Kulturlandschaft. Entlang ihres Laufes entstanden Mühlen, kleine Siedlungen und landwirtschaftliche Flächen. Der Fluss lieferte Wasser für Felder und Vieh und wurde an einigen Stellen gestaut, um Wassermühlen anzutreiben.
Während der Industrialisierung und besonders in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Wuhle stark verändert. Der Fluss wurde begradigt, Ufer befestigt und zahlreiche Feuchtgebiete trockengelegt. Erst seit den 1990er Jahren wird die Wuhle schrittweise renaturiert. Flachere Ufer, neue Mäander und naturnahe Auen sollen den Lebensraum für Pflanzen und Tiere wieder verbessern. Auf der Wanderung lassen sich diese Maßnahmen an vielen Stellen gut erkennen.
Der Weg folgt dem Fluss auf gut begehbaren Uferwegen. Silberweiden, Schwarzerlen und Eschen prägen die Ufervegetation. Dazwischen wachsen Schilf, Rohrkolben und Mädesüß, während auf den offenen Wiesen im Frühjahr Wiesenschaumkraut, Kuckucks-Lichtnelke und verschiedene Hahnenfußarten blühen.
Die Wuhle bildet einen wertvollen Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Graureiher stehen regungslos am Ufer auf der Suche nach Fischen. Stockenten und Blesshühner sind ständige Begleiter. Mit etwas Glück zeigt sich der Eisvogel, dessen leuchtend blaues Gefieder nur für einen kurzen Moment über dem Wasser aufblitzt. Auch Biberspuren wurden in den vergangenen Jahren mehrfach entlang der Wuhle nachgewiesen. In der Dämmerung lassen sich gelegentlich Fledermäuse beobachten, die über der Wasseroberfläche nach Insekten jagen.
Wer aufmerksam nach oben blickt, entdeckt häufig Mäusebussarde oder Turmfalken, die über den Wiesen kreisen. Im Frühjahr erfüllt der Gesang von Mönchsgrasmücke, Zilpzalp und Nachtigall die Ufergehölze.
Nach mehreren Kilometern erreicht der Wanderweg den Wuhlesee. Das Gewässer entstand durch wasserbauliche Maßnahmen und entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem wichtigen Rückzugsgebiet für Wasservögel. Schwäne, Haubentaucher und Blässhühner sind hier regelmäßig zu beobachten. Die Uferbereiche laden zu einer Rast ein und bieten schöne Ausblicke auf die ruhige Wasserfläche.
Im weiteren Verlauf kreuzt der Wanderweg mehrfach historische Verkehrsachsen. Schon im Mittelalter führten Handelswege durch das Wuhletal in Richtung Köpenick und Frankfurt (Oder). Köpenick entwickelte sich aufgrund seiner Lage zwischen Spree und Dahme früh zu einem bedeutenden Handelsplatz.
Auch die nahegelegene Bahnstrecke erzählt Berliner Verkehrsgeschichte. Immer wieder wechseln sich während der Wanderung Naturerlebnis und kurze Blicke auf die Infrastruktur der Großstadt ab – ein reizvoller Kontrast.
- Die kürzere 10 km Route führt uns nun zum Bahnhof Köpenick, der derzeit zu einem Regionalbahnhof umgebaut wird. Durch den Bellevuepark geht es zum Katzengrabensteg, womit wir die Altstadt Köpenick erreicht haben. Das letzte Stück unserer Route führt uns über den Alten Markt zu unserem Ziel das Restaurant Seeterrassen.
- Die längere 12 km Route führt uns weiter an der Wuhle entlang. Hier wird die Wuhle ruhiger und breiter. An der Pyramidenbrücke, die gerade erneuert wird, machen wir eine kurze Stippvisite beim Stadion An der Alten Försterei, der Heimstätte des 1. FC Union Berlin. Schließlich erreichen wir die Wuhlemündung.
Von dort setzen wir unsere Wanderung teilweise am Ufer der Spree bis in die Altstadt fort. Die verwinkelten Gassen, das barocke Schloss Köpenick auf der Schlossinsel und die Uferpromenade an Dahme und Spree bilden einen stimmungsvollen Abschluss der Wanderung. Berühmt wurde der Ort durch den „Hauptmann von Köpenick“, dessen Geschichte durch Carl Zuckmayers Schauspiel weit über Berlin hinaus bekannt wurde. Jetzt haben auch wir unser Ziel das Restaurant Seeterrassen erreicht.
Wissenswertes
> Die Wuhle entspringt nördlich von Berlin bei Ahrensfelde und mündet nach rund 16 Kilometern in Köpenick in die Spree.
> Das Wuhletal gehört zu den bedeutendsten Grünzügen des Berliner Ostens und ist Teil des Berliner Grünen Hauptwegenetzes.
> Die Talaue entstand als eiszeitliche Schmelzwasserrinne während der Weichsel-Kaltzeit.
> Zahlreiche Bereiche stehen heute unter Landschaftsschutz und dienen dem Erhalt seltener Tier- und Pflanzenarten.
> Besonders reizvoll ist die Wanderung im Frühjahr während der Vogelbrutzeit und im Herbst, wenn sich die Auenwälder in leuchtenden Farben präsentieren.
Wer diese Tour unternimmt, erlebt Berlin von einer ungewohnten Seite. Statt dichter Bebauung bestimmen Wasser, Wiesen und Auen den Weg. Die Verbindung aus Natur, Landschaftsgeschichte und den kulturhistorischen Bezügen Köpenicks macht die Wanderung entlang der Wuhle zu einer der abwechslungsreichsten Flusstouren der Hauptstadt.
(Transparenzhinweis: Beschreibung wurde durch KI generiert und durch natürliche überprüft😉)
Anreise: S+U-Bahnhof Wuhletal (S5, U5, Bus 191, 291)
Abreise: Schloßplatz Köpenick (Tram 63, 68, SEV zum S-Köpenick, Bus 162, 164, 165)
Länge: ca. 10 km (nur am 01. und 17.09.26), ca. 12 km (nur am 09.09.26)
Wandertermine:
- 01.09.2026 (Di) Eike
- 09.09.2026 (Mi) Tino
- 17.09.2026 (Do) Rainer
Eure Anmeldungen nehmen wir gern bis vier Tage vor dem Wandertermin entgegen.
Aus organisatorischen Gründen müssen wir die Teilnehmerzahl pro Termin auf 20 begrenzen. Beachtet dies bitte bei euren Anmeldungen.
Treffpunkt: 10:00 Uhr S+U Wuhletal (Ausgang Wuhletal) vor dem Kiosk „Wuhle Café“
Herzliche Grüße von euren Wanderbegleitern Eike, Rainer und Tino
