2026-10 Das bürgerliche Berlin

Liebe Wanderfreundinnen, liebe Wanderfreunde,
im Oktober wandern wir durch Lichterfelde.

Hier im Südwesten Berlins ist vor etwa 140 Jahren ein Villenvorort entstanden, der sich durch schmucke Villen und Gärten sowie Straßen mit altem Baumbewuchs auszeichnet. Die Idee dazu ist dem Immobilienkaufmann Wilhelm Carstenn zu verdanken – und natürlich gehört dazu auch eine Portion Glück, dass diese Gegend von den Wirren der beiden Kriege weitgehend verschont geblieben ist.
Wir treffen uns am S-Bahnhof Lichterfelde West, der im Zuge der Entwicklung dieser Kolonie 1872 erbaut wurde. Am Vorplatz fallen ein Wohn- und Geschäftshäuser im Fachwerkstil und mit großflächigen Malereien auf, wenige Schritte weiter liegt die „Florentinische Villa“, wo sich der Architekt mit südländischen Bauideen und edlen Materialien austoben konnte. An der Köhlerstraße stehen im Gegensatz dazu 4 Eisenbahnerhäuser von 1878 als Zeugnis früher Sozialeinrichtungen. Im Haus des Rotherstifts (1898) fanden ledige Offizierstöchter und Witwen ihre Unterkunft. Heute ist es ein Seniorenheim.
Die evangelische Johanniskirche enthält im Erdgeschoss den Gemeindesaal, im Obergeschoss den Kirchraum und darüber eine Kuppel anstelle eines Kirchturms (aus Platzmangel). An der Steinäckerstraße Nr. 6 steht ein Reiterstandbild von Friedrich-Wilhelm I. – aus Styropor – ein Überbleibsel der Preußenausstellung von 1981.
Nach dem Motto „My home is my castle“ entwarf der Architekt Gustav Lilienthal (Bruder des Fliegers Otto L.) eine Reihe von burgähnlichen Wohnhäusern, die wir in der Paulinenstraße sehen können. Und wenige Schritte weiter in der Potsdamer Straße bewachen Drachen den Giebel eines Wohnhauses. In der Finkensteinallee befand sich früher die Offizierskadetten-Schule, später eine Kaserne der SS-Leibstandarte Adolf Hitler und nach dem Krieg für eine US-Brigade. Heute ist hier das Bundesarchiv untergebracht. Am 14.10. drehen wir eine Runde durch das Areal. Zuletzt sehen wir die Dorfkirche Lichterfelde mit der Gruft der Gutsherren von Bülow, einer der Letzten war Vicco von Bülow, besser als Lorio bekannt. Die Kirche kann leider z.Z. nicht besichtigt werden.
Nachdem wir den Teltow-Kanal überquert haben sehen wir das Fliegerdenkmal für Otto Lilienthal. Dann sind es nur noch wenige hundert Meter bis zum Bahnhof Lichterfelde Ost und dem Restaurant Piroschka, wo wir zum Mittagessen angemeldet sind. Vom Bahnhof führen Regionalbahnen und S-Bahnen uns in kurzer Zeit wieder in die Stadt.

Am 14.10. drehen wir eine Zusatzrunde durch den Schloßpark Lichterfelde und durch die Boothstraße.
Auf diesem Weg passieren wir das Gutshaus Lichterfelde mit einem schönen, alten Park. Hier wohnte einst J.A.W. Carstenn, heute gibt es dort ein Café im Gartensalon (werkt.9-17 Uhr)
Dann spazieren Sie am Gutshaus vorbei in den Park dahinter. An einem Jägerzaun beginnt ein Naturschutzgebiet, wo seit 1906 alles wild wachsen darf. Hier lässt sich erahnen, wie die Bäke-Auen einst aussahen. Das Flüsschen musste sein Bett 1900 dem Teltowkanal ūberlassen.
Wir umlaufen das Gebiet links und nehmen am Kanal den Uferweg zur Bäkestraße, auf der wir den Kanal überqueren. Im Park rechts steht ein 1914 errichtetes Denkmal für Otto Lilienthal.
Nun laufen wir zu Otto Lilienthals einstiger Wohnstätte, Boothstraße 17: links in den Ostpreußendamm, rechts in die Boothstraße. Das Haus gibt es nicht mehr, heute steht dort ein Seniorenheim (s. Gedenktafel). Ebenso verhält es sich mit der Villa des Schriftstellers Heinrich Seidel (1842-1906), einst populär durch „Leberecht Hühnchen“, eine Erzählung über wilhelminisches Kleinbürgerglück. Sein Haus wurde abgerissen (Infotafel Boothstraße 30).
(Quelle: ADAC /Tagesspiegel/Potsdamer Neueste Nachrichten, Stadtspaziergang Tour 11)

    Anreise: S-Lichterfelde West (S1, Bus 101, 108, M11, M48)
    Abreise: S-Lichterfelde Ost (RE3, 4, S25, 26, Bus 184, 284, M11, X11)

    Länge: ca. 7,5 km (am 09. und 22.10.26), ca. 10 km (nur am 14.10.26)

    Wandertermine:

    • 09.10.2026 (Fr) Eike
    • 14.10.2026 (Mi) Tino
    • 22.09.2026 (Do) Rainer

    Eure Anmeldungen nehmen wir gern bis vier Tage vor dem Wandertermin entgegen.
    Aus organisatorischen Gründen müssen wir die Teilnehmerzahl pro Termin auf 20 begrenzen. Beachtet dies bitte bei euren Anmeldungen.

    Treffpunkt: 10:00 Uhr S-Lichterfelde West auf dem Bahnhofsvorplatz

    Herzliche Grüße von euren Wanderbegleitern Eike, Rainer und Tino